Rund 40 Mitarbeiter:innen von Bauhöfen und Umweltämtern und Interessierte aus zwölf Gemeinden Vorarlbergs und Liechtensteins trafen sich in der seit 2012 pestizidfreien Marktgemeinde Hard, um sich zum Thema naturnaher und pestizidfreier Friedhof auszutauschen. Auch Mitarbeiter unserer Gemeinde nahmen am Workshop teil.

„Das Erleben des Jahreszeitenwechsels am Friedhof, etwa durch Laubfall, ist für mich ein Zeichen der Vergänglichkeit des Lebens“, meinte Felix Rohner vom EthikCenter der Kath. Kirche Vorarlbergs eingangs in seinem Impulsreferat. Passend zum Gedenktag an Franz von Assisi und Welttierschutztag sprach er von der Bedeutung tierischer Friedhofsbewohner und heimischen Symbolpflanzen wie duftenden Kräutern auf den Gräbern unserer Verstorbenen. „Vorarlberg nimmt in der pestizidfreien Pflege eine Vorreiterrolle ein“, schloss Andreas Steinert, Leiter der Servicestelle Grünraum vom „Natur im Garten“-Telefon Niederösterreich seinen Vortrag.

Er zeigte vielfältige Möglichkeiten zur pestizidfreien Pflege von Friedhöfen auf, betonte die Notwendigkeit, auf Chemikalien, Kunstdünger und Torferde am Friedhof zu verzichten und stand den Teilnehmenden mit praxisnahen Tipps und Tricks zur Seite.

Vorführung Dampfgerät Friedhof

Pestizidfreie Friedhofpflege

Im gepflegten, pestizidfreien Friedhof Hard führten uns die Mitarbeiter des Bauhofs Methoden der Pflege vor.

Workshop auf dem Friedhof

Ökologische Nischen auf Friedhöfen

Welche Möglichkeiten für ökologische Nischen es auf Friedhöfen und am Kirchengebäude gibt, zeigte Romana Steinparzer vom Österreichischen Ökologie Institut auf. Lebensraum können Tiere wie Igel, Zauneidechsen, Bienen und Schmetterlinge etwa in Asthaufen, Steinhaufen, Trockensteinmauern und naturnaher Bepflanzung finden, die sich am Friedhofsgelände anbieten.

Im abschließenden Workshop erarbeiteten die Teilnehmenden Strategien und Ideen für die eigenen Friedhöfe in den Gemeinden.

Für Allerheiligen haben wir aus dem Workshop vier Tipps zur Grabgestaltung abgeleitet, um gemeinsam Naturoasen am Friedhof zu schaffen:

Jäten statt spritzen

Komposterde statt Torf (= Zerstörung der Moore) und Kunstdünger

Mehrjährige, heimische Wildstauden und Kräuter statt arbeitsintensiver Zierpflanzen (erkundigen Sie sich nach heimischen Wildarten bei Ihrer Gärtnerei)

Reinigung des Grabsteins mit Wasser und Bürste statt chemischer Reinigungsmittel

Der Workshop wurde veranstaltet in Kooperation des Landesprogramms „Naturvielfalt in der Gemeinde“, der Katholischen Kirche Vorarlberg, dem Umweltverband und „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“. Mehr Informationen unter www.vorarlberg.at/naturvielfalt.

Heimische Pflanzen zur Grabgestaltung mit Symbolwirkung

Akelei, Königskerze, Nelke, Rittersporn

Mariensymbol, verborgene Kraft, Demut, Reinheit

Efeu

Ewigkeit, Unsterblichkeit, Treue, Freundschaft

Eibe

Schutz vor bösen Mächten, Ewigkeit, Unsterblichkeit

Gänseblümchen

Demut, Bescheidenheit, Unschuld, Unvergänglichkeit, ewiges Leben, Mutterliebe

Hauswurz

Zauber- und Heilpflanze, Schutz

Kleines Immergrün

Treue, Verbundenheit, Auferstehung, Ewigkeit, Unsterblichkeit

Lavendel

Kraft, Demut, Reinheit, Abwehr des Bösen, Tugend

Maiglöckchen

Hingabe, Reinheit, Jugend, reine Liebe

Margerite

Vergossene Tränen

Mohn

Tod, Erlösung

Nelke

Göttliche und irdische Liebe, Freundschaft

Rosen

Liebe, Zuneigung, Schönheit, Schmerz, Leid

Salbei

Mariensymbol, verborgene Kraft, Demut, Reinheit, Tugend

Schlüsselblume

Mariensymbol, Schlüssel zum Himmel, Hoffnung

Veilchen

Demut, Frühling, Hoffnung, Liebe, Treue, Bescheidenheit

Vergissmeinnicht

Zärtliche Erinnerung, Abschied in Liebe

Eiche

Kraft, Unsterblichkeit, Stolz

Trauerweide, Weide

Trauer, Schmerz, Frühlingserwachen, Vergänglichkeit, Wiederkehr des Lebens

Zitterpappel

Trauer, Schmerz, Vergänglichkeit, Wiederkehr des Lebens